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Wenn große Gabeln auf Fingerspitzengefühl treffen

19.06.2010

FSN Fördertechnik GmbH Rostock - MV‘s Station im Linde StaplerCup 2010 Rostock.

„Auf das Gefühl in den Fingern und volle Konzentration kommt es hier an, wenn man an den vier Stationen gut bestehen will“, weiß Stephan Leifels, der bereits zum dritten Mal beim StaplerCup startete. Vor zwei Jahren - 2008 - holte er bei seiner ersten Teilnahme am Bundesfinale den Titel „Deutscher Meister der Staplerfahrer“, ein Jahr später setzte er mit dem deutschen Team als „Internationaler Meister“ noch einen drauf.
Genau dieses Ziel visiert der erfolgreiche Staplerfahrer der Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH Wittenburg jetzt erneut an. Doch vor dem Finale vom 23. bis 25. September 2010 auf dem Schlossplatz von Aschaffenburg, dem Sitz des Initiators - der Linde Material Handling, steht die Qualifikation in einer von bundesweit insgesamt 27 regionalen Meisterschaften.
Die Besucher in der Halle der Rostocker Ferdinand Schultz Nachfolger Fördertechnik GmbH erlebten einen ungewöhnlichen Wettkampf mit 47 Teilnehmern, darunter einer Frau und mehreren Auszubildenden. An insgesamt vier Stationen ging es um Geschicklichkeit, Geduld und Tempo. Stets begleitet von der fachkundigen Jury, die mit kritischem Blick und Stoppuhr die Leistung jedes Einzelnen bewertete, stapelten Männer und Frau Kisten und Container, balancierten Bälle und zirkelten eine Kugel durch ein großes Labyrinth. Zum Einsatz kamen dabei Schubstapler, Elektrostapler und Treibgasstapler.
Die Motivation war so unterschiedlich, wie die Teilnehmer. Barbara Bülow zum Beispiel fuhr bei Coca Cola in Ziesendorf jahrelang einen Gabelstapler, bevor sie als Sachbearbeiterin ins Büro wechselte: „Mir macht das einfach Spaß, bin jetzt das vierte Mal dabei. Ein besonderer Reiz liegt beim StaplerCup natürlich darin, dass man unterschiedliche Geräte ausprobiert und witzige Aufgaben bekommt, die einem so mit dem Stapler nie in den Sinn kommen würden.“ Als Privatmänner nahmen Hans Borchert aus Tessin und Frank Kübler aus Rövershagen teil. „Wir haben zwar einen Staplerschein, sind aber lange nicht mehr gefahren“, sagen die beiden. „Vor allem wollten wir für uns herausfinden, ob wir es noch draufhaben.“ Sehr überrascht zeigten sie sich von der aktuellen Technik, die sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat. „Wo früher Hebel waren, ist jetzt ein Joystick mit vier Funktionen, im ersten Moment schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber schnell zu beherrschen.“
Einer, der sich den Herausforderungen beim StaplerCup von Anfang an jedes Jahr stellt, ist Axel Baars von der Radeberger Gruppe KG Hanseatische Brauerei Rostock. Er meint: „Mit den Linde-Staplern kommt jeder schnell zurecht, wie man hier sieht. Sie sind wendig und handlich in der Bedienung. Ich staune, dass es für diesen Wettkampf immer wieder neue Ideen gibt, sodass man sich eigentlich nicht direkt vorbereiten kann.“
Uwe Brüning, Geschäftsführer der FSN Fördertechnik GmbH, verweist noch auf einen wesentlichen Aspekt des StaplerCups: „Wir wollen den Blick der Fahrer auch auf die Sicherheit im Umgang mit dem Stapler lenken. Deshalb gehört neben dem Parcours auch eine theoretische Prüfung zum Wettkampf, der in diesem Jahr von der Präventionskampagne ‚Risiko raus!‘ der Berufsgenossenschaft BGHW begleitet wird.“
Am Ende setzten sich beim StaplerCup 2010 in Rostock zwei der Favoriten mit Können und Köpfchen durch. Ganz oben auf dem Treppchen standen - wie schon 2009 - Sieger Stephan Leifels und der zweitplatzierte Steven Klinger, gestartet für die Getränke Nordmann GmbH Stralsund. Beide vertreten Mecklenburg-Vorpommern beim Bundesfinale. Platz 3 belegte Tom Klewsaat (Coca Cola Ziesendorf). Ein weiterer Gewinner: der Michaelshof, eine Rostocker Behinderteneinrichtung, dem aus der Tombola Spenden in Höhe von 400 Euro zugutekommen.


Kerstin Griesert (freie Journalistin)

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